Welche Restrukturierungsoptionen bestehen für eine finanziell angeschlagene GmbH in Deutschland neben der Insolvenzanmeldung?

In Deutschland
Zuletzt aktualisiert: Nov 20, 2025
Ich bin Inhaber einer kleinen GmbH mit Liquiditätsproblemen und mehreren überfälligen Rechnungen. Ich prüfe Restrukturierungsinstrumente wie das Schutzschirmverfahren oder die Eigenverwaltung, um mit Gläubigern zu verhandeln, ohne eine vollständige Insolvenzanmeldung vorzunehmen, und ich muss die Voraussetzungen, Kosten und potenziellen Risiken verstehen. Sollte ich einen Restrukturierungsanwalt beauftragen, um den Prozess zu begleiten?

Antworten von Anwälten

mohammad mehdi ghanbari

mohammad mehdi ghanbari

Nov 27, 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,


vielen Dank für Ihre Anfrage. Das Schutzschirmverfahren und die Eigenverwaltung sind in der Tat Optionen für deutsche GmbHs mit Liquiditätsproblemen und überfälligen Rechnungen, sie setzen jedoch jeweils bestimmte Voraussetzungen, Kosten und Risiken voraus.


Beim Schutzschirmverfahren darf Ihr Unternehmen noch nicht insolvent sein, es muss jedoch eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung bestehen. Das Verfahren ermöglicht es Ihnen, mit Gläubigern zu verhandeln und unter gerichtlicher Aufsicht einen Restrukturierungsplan zu entwickeln, in der Regel für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten. Die wesentlichen Voraussetzungen umfassen:


Das Unternehmen darf noch nicht insolvent sein, es muss jedoch eine bevorstehende Insolvenz oder Überschuldung drohen.


Es muss nachgewiesen werden, dass eine Restrukturierung noch möglich ist.


Eine fachkundige Einschätzung (oft durch einen Restrukturierungsanwalt oder Wirtschaftsprüfer), die die vorgenannten Punkte bestätigt.


Die Kosten können Gerichtsgebühren, Honorare für den vom Gericht bestellten Sachwalter sowie gegebenenfalls Honorare für beratende Experten umfassen. Die Gerichtsgebühren richten sich nach dem Streitwert und können von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro reichen. Die Gebühren für Rechts- und Restrukturierungsberater hängen vom Umfang und der Komplexität Ihres Falls ab.


Mögliche Risiken sind:


Schlägt die Restrukturierung fehl, kann das Verfahren in ein reguläres Insolvenzverfahren übergehen.


Die Geschäftsführung bleibt für Entscheidungen verantwortlich, steht jedoch unter erhöhter Kontrolle und hat Verpflichtungen gegenüber Gläubigern und dem Gericht zu erfüllen.


Verzögerungen oder Fehlentscheidungen können zu einer persönlichen Haftung der Geschäftsführer führen, wenn die Insolvenzantragstellung unangemessen hinausgezögert wird.


Die Hinzuziehung eines Restrukturierungsanwalts wird dringend empfohlen. Das Verfahren ist rechtlich komplex, und ein spezialisierter Anwalt stellt sicher, dass sämtliche gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden, hilft bei der Vorbereitung notwendiger Unterlagen, verhandelt mit Gläubigern und minimiert persönliche sowie unternehmerische Risiken.


Auf Wunsch kann ich Ihnen gerne detaillierte textbasierte Hinweise und Ratschläge per WhatsApp zukommen lassen, damit Sie Ihre Optionen und die nächsten Schritte mit minimalen Kosten verstehen.


Bitte teilen Sie mir mit, wenn Sie das gerne weiter vertiefen möchten.


Mit freundlichen Grüßen,

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