Kann ich eine WhatsApp-Vereinbarung für einen Bauauftrag durchsetzen, wenn der Auftragnehmer jetzt den Preis bestreitet?
1. **Beweissicherung**
Dokumentieren Sie sämtliche relevante Kommunikation (Chatverlauf, Zahlungsnachweise, Angebotsunterlagen) sorgfältig. Speichern Sie Screenshots mit Zeitstempel, sichern Sie Dateien und lassen Sie gegebenenfalls eine Kopie des Chatverlaufs datiert ausdrucken. Auch Fotos des aktuellen Baufortschritts oder der gelieferten Materialien können hilfreich sein.
2. **Angebot einer Nachfrist**
Setzen Sie dem Auftragnehmer schriftlich (per Brief oder E-Mail) eine angemessene Frist zur Erfüllung der Vereinbarung. Stellen Sie klar, dass Sie auf der ursprünglich vereinbarten Leistung bestehen und dass Sie bei weiterem Verzögern rechtliche Schritte prüfen. Verweisen Sie auf die WhatsApp-Vereinbarung und fügen Sie relevante Auszüge bei.
3. **Geltendmachung der Ansprüche**
Fordern Sie den Auftragnehmer zur Leistungserbringung auf. Ist er nicht mehr erreichbar oder weigert sich, die Arbeiten fortzusetzen, können Sie die im Vertrag vereinbarten Leistungen als verbindlich ansehen. Je nach Umfang bestehen Ansprüche auf vertragsgemäße Ausführung.
4. **Schadensersatz und/oder Rücktritt**
Sollte der Auftragnehmer die Arbeiten abrechen oder nicht mehr erscheinen, können Sie vom Vertrag zurücktreten und Schadensersatz für Mehrkosten durch einen Ersatzauftrag verlangen. Dokumentieren Sie, welche Mehrkosten oder Verzögerungen durch die Beauftragung eines Ersatzunternehmers entstehen.
5. **Rechtliche Durchsetzung**
- **Mahnung und Fristsetzung**: Versenden Sie eine förmliche Mahnung mit Fristsetzung.
- **Rechtsanwalt einschalten**: Ein fachkundiger Anwalt für Bau- oder Vertragsrecht kann die Kommunikation übernehmen, rechtlich bewerten, ggf. eine Klage vorbereiten oder eine Abmahnung aussprechen.
- **Zivilklage**: Falls keine Einigung erzielt wird, können Sie die vertraglich geschuldeten Leistungen oder Schadensersatz gerichtlich geltend machen. Die WhatsApp-Vereinbarung gilt als Vertragsnachweis, sofern die wesentlichen Vertragsbestandteile eindeutig erkennbar sind.
6. **Beweise für Zahlung**
Bewahren Sie Nachweise über bereits erfolgte Zahlungen auf. Diese belegen, dass Sie Ihren Vertragspflichten nachgekommen sind und stärken Ihre Position bei der Geltendmachung von Rückerstattung oder Schadensersatz.
7. **Grundsatz der Vertragstreue**
Ihre WhatsApp-Vereinbarung kann als bindender Vertrag gelten, wenn Einigung über Leistungsumfang, Vergütung und Bedingungen besteht. Dies gilt insbesondere dann, wenn beide Seiten sich gegenseitig auf dieser Grundlage verhalten haben.
8. **Alternative Streitbeilegung**
Bevor Sie gerichtliche Schritte einleiten, können Sie eine Mediation oder Schlichtung vorschlagen, um eine zeitnahe Lösung zu finden. Dies kann Kosten und Zeit sparen, insbesondere bei kleineren Streitwerten.
9. **Vorsorglich ansetzen**
Falls Sie weitere Schritte planen, führen Sie ein detailliertes Tagebuch über Abläufe, Kommunikation, Arbeitsfortschritte und entstandene Kosten. Das verbessert die Nachvollziehbarkeit im Verfahren.
Führen Sie alle Schritte unter Berücksichtigung realistischer Erfolgsaussichten und Kosten durch. Bei Unklarheiten empfiehlt sich die Beratung durch einen Rechtsanwalt, um Ihre Rechtsposition zu stärken und den Prozess optimal zu gestalten.
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